Die Zunft der Härter

Das Geheimnis der Solinger

Das Härten von Stahl ist eine Erhöhung seiner mechanischen Widerstandsfähigkeit durch gezielte Veränderung seines Gefüges durch verschiedene Schritte. Qualitätsklingen zeichnen sich durch starke Widerstandsfähigkeit und lange Haltbarkeit aus. Das erreicht man durch Härteverfahren, die sich im Laufe der Jahrhunderte präzisiert und perfektioniert haben. Verschiedenste Experimente wurden auf dem Wege gemacht, die geschichtlich nachweisbar sind, um die Härtung der Klingen zu erlangen. Blut, Knaben-Urin, Kot, Salmiakgeist oder Saft von Regenwürmern waren nur einige der ausprobierten Zutaten.

In Solingen wurde das Härten zu einer eigenen Kunst. Ursprünglich war es auch Aufgabe des Schmiedes, aber im Zuge der Spezialisierung von Arbeitsvorgängen entwickelte sich das Härten zu einem eigenen Berufsstand. Die Zunft der Härter wurde erstmals 1401 in den Solinger Privilegien schriftlich erwähnt. Es war ihre eigene „geheimnisvolle“ Kunst und sie mussten einen Eid ablegen, die „Geheimnisse“ nur an ihre Söhne weiterzugeben und durften das Land nicht verlassen. Härtung erfolgte damals noch mit Aufstreuen und Einbrennen kohlehaltiger Substanzen.

Verschiedene Verfahren sind heute die Umwandlungshärtung, die Ausscheidungshärtung und die Kaltverfestigung. Auch arbeitet man mit Kornfeinung oder der Mischkristallverfestigung.

Das Härten ist ein ausgefeiltes Handwerk, das durch jahrelange Tradition und Weitergabe von Erfahrungen profitiert. Umso härter eine Klinge ist, umso seltener muss man sie schleifen, allerdings wird sie dadurch auch umso brüchiger. Die richtige Härte zu erreichen, damit die Klinge lange hält, diese Kunst beherrschen die Solinger Messer Hersteller.